Reisen & Genießen

Wellness im Gasteinertal

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Heilsames Wasser

Das Gasteinertal im Salzburger Land ist wie geschaffen dafür, Körper, Geist und Seele neue Energie zu geben. Heute zählen Kuraufenthalte in Gastein vor allem zu den anerkannten, hochwirksamen therapeutischen Maßnahmen in der klassischen Medizin, aber auch als Präventivmaßnahme ist ein Aufenthalt im „Tal der Gesundheit“ für Jung und Alt zu empfehlen. Das wichtigste Heilmittel Gasteins ist neben dem Radon-Heilstollen das Thermalwasser. Wirksamster Bestandteil des heilsamen Wassers ist auch hier das Edelgas Radon. Allerdings ist der Radongehalt im Thermalwasser etwas geringer als in der Luft im Heilstollen. Das Radon, das aus dem warmen Thermalwasser verdunstet, gelangt über die Atemwege und die Haut in den Körper. Dort entfaltet es seine heilende Wirkung, regt das Abwehrsystem an und stärkt das Immunsystem. Der Gasteiner Wasserfall befreit den AtemImposant erscheint die Macht des Wassers in Bad Gastein bei einer Wanderung über den historischen Wasserfallweg, der entlang des Wasserfalls mit seinen drei Fallstufen bis zur oberen Wasserfallbrücke und von dort weiter zu Felsentherme führt. Schon der Aufenthalt im Sprühnebel des Wasserfalls bewirkt eine nachhaltige Linderung bei Asthma. Verantwortlich dafür sind feinste, elektrisch geladene Wasserteilchen, die als mikrofeiner Spruühnebel über die Atemwege in die Lunge gelangen und so nachhaltige immunologische Verbesserungen bewirken.

Im Thermal-Quellpark

Am Fuße des imposanten Wasserfalls und des Graukogels liegt der sogenannte Thermal-Quellpark. Besucher lernen im Park einiges über die interessante Geschichte Gasteins und bekommen allerhand Hintergrundinformation zum Thema Thermalwasser. Selbstverständlich kann man auch eine Kostprobe aus der Elisabethquelle nehmen, die hier mit 37 Grad aus dem Berg entspringt und sich mit dem eiskalten Wasser, das über den Wasserfall herunter kommt, vermischt. Ein paar Schritte weiter bergauf befindet sich das sogenannte Dunstbad. Hier wird der radonhaltige Wasserdampf der Elisabethquelle für Therapien eingesetzt. Insbesondere Menschen, die eine Einfahrt in den Heilstollen auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperatur nicht vertragen, bekommen ihre Kuranwendungen im Dunstbad. Dafür sitzen sie in speziellen Kabinen, die nur den Körper, nicht aber den Kopf umschließen, und nehmen so das Radon aus dem Thermalwasserdampf auf.

Entspannung pur bietet eine Hot-Stone-Massage (Foto: Gasteinertal Tourismus)

Die Thermen im Gasteinertal

Der Quellbezirk der 17 Gasteiner Thermalquellen befindet sich in einem Areal von rund 300.000 Quadratmetern beiderseits des Bad Gasteiner Wasserfalles. Die Quellen entspringen alle zwischen einer Seehöhe von 1.034 Meter und 937 Meter. Zusammengerechnet sprudeln täglich fast fünf Millionen Liter Thermalwasser an die Oberfläche. Entspannung, Wellness und Spaß in der Felsentherme und der Alpentherme: Auf 1.200 Meter liegt die Felsentherme in Bad Gastein – mit direktem Blick auf den Stubnerkogel. Auf dem höchsten Punkt der Felsentherme befindet sich der Panorama-Wellnessbereich mit einer großzügigen Saunalandschaft samt einer Außensauna und einem Außenbecken. Auch aus der Ruhetherme mit ihrem 32 Grad warmen Hallenbecken blickt man direkt auf die Pisten und in die Hohen Tauern.

Fun für junge Gäste

Für die jungen Gäste gibt es einen Strömungskanal und eine 70 Meter lange Erlebnisrutsche. Erwachsene können in der Felsengrotte unterm Wasserfall und bei Beauty- und Massage-Behandlungen entspannen. Die Alpentherme in Bad Hofgastein bietet auf 32.000 Quadratmetern Spaß und Erholung für die ganze Familie. Neben verschiedenen Themenbereichen wie der Relax-, Familiy-, Sauna-, Ladies-, und Gusto-World finden sich auch Angebote zu Beauty, Rehabilitation und Sport. Die Relax-World bietet ein Thermal-Innen- und Außenbecken, Luftsprudelanlagen und Ruheoasen mit Panoramablick. Die Sauna-World ist mit viel Holz, Stein und Glas fast wie ein Dorf gestaltet. Neben Farblichtsauna, Zirbensauna und Infrarotkabinen im Innenbereich gibt es auch eine Stollensauna, eine Cascadia-Sauna mit Spezialaufgüssen und einem Bergsee im Außenbereich. In der Family-World sind vor allem die verschiedenen Rutschen und der Multimedia-Erlebnisdom beliebt.

Alpentherme am Abend (Foto: Gasteinertal Tourismus)

Der Gasteiner Heilstollen

Einst bauten hier Bergarbeiter Gold und Silber ab. Heute lassen Entspannungssuchende und chronisch Kranke das Edelgas Radon auf sich wirken. Die Kombination aus Radon, Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit verspricht langanhaltende Schmerzlinderung und stärkt das Immunsystem. Über zwei Kilometer geht es hinein in den alten Stollen im Radhausberg. Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert leisteten Bergarbeiter hier beim Gold- und Silberabbau Schwerstarbeit. Rund 800 Kilogramm reines Gold bauten sie damals pro Jahr in den Bergwerken im Gasteinertal ab.
Während des Zweiten Weltkriegs versuchte man, den Goldabbau noch einmal zu beleben. Jedoch erfolglos. Stattdessen wurde festgestellt, dass Luftfeuchtigkeit und Temperatur stetig ansteigen, je weiter man in den Berg hinein kommt. Bis zu 44 Grad wird es im Inneren des Radhausbergs warm. Viele der Arbeiter, die in den 1940er Jahren den Paselstollen wieder beleben sollten, erfreuten sich – trotz schwerer Arbeit – bester Gesundheit: Ihre Gelenkbeschwerden wurden besser, Atemwegs- und Hauterkrankungen verschwanden sobald sie die Arbeit im Stollen aufnahmen. Natürlich sprach sich das schnell herum. Wissenschaftler wiesen schon 1946 bei ersten Studien einen hohen Radongehalt in der Luft nach, der ausschlaggebend für die Heilungserfolge bei verschiedenen Krankheiten ist.

Positive Effekte einer Heilstollen-Kur

Und nur sieben Jahre nach Kriegsende, 1952, startete bereits der Kurbetrieb im Paselstollen, der fortan Gasteiner Heilstollen genannt wurde. Die Erfolge der sogenannten Radonwärmetherapie beruhen auf der Aufnahme des Radons über die Atemwege und die Haut. Im Körper regt es die Zellreparatur an und aktiviert heilungsfördernde und entzündungshemmende Botenstoffe. Patienten verspüren dadurch deutlich weniger Schmerzen. Diese positive Wirkung verstärkt sich durch das tropische Klima im Stollen. Temperaturen zwischen 37,5 und 41,5 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 100 Prozent führen zu einer leichten Überwärmung des Körpers. Mediziner sprechen auch von einem erwünschten therapeutischen Fieber. Als Reaktion versucht der Körper durch Schwitzen die Haut zu kühlen. Erfahrungen zeigen, dass allein dieser Effekt schmerzgeplagte Muskeln entspannt und das Immunsystem stabilisiert. Darüber hinaus nimmt der Körper im überwärmten Zustand Radon besser auf. Lang anhaltende Schmerzlinderung und die damit verbundene Medikamenteneinsparung sind die positiven Effekte der Heilstollen-Kur. Die Erfolgsrate liegt bei annähernd 90 Prozent. Verstärkt werden die Heilerfolge zudem durch die allergenfreie Luft und die Höhenlage des Gasteinertals.

Therapiebereich des Gasteiner Heilstollens (Foto: Gasteinertal Tourismus)

Kur-Erfolg bei rheumatischen Erkrankungen besonders gut

Besonders effektiv wirkt die Radonwärmetherapie bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie etwa Morbus Bechterew, Arthritis, Arthrose oder degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke. Die Kur ist daher vor allem bei rheumatischen Erkrankungen ratsam. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die die Erfolge der Radonwärmetherapie hinsichtlich der Reduktion von Druckschmerzwellen, Schmerzintensität, funktionellen Einschränkungen und Medikamentenverbrauch belegen. Speziell für Morbus Bechterew, rheumatoide Arthritis und degenerative Rücken- und Gelenkleiden liegen sogar randomisierte Effektivitätsnachweise vor. Auch Patienten mit Fibromyalgie, chronischen Neuralgien und Osteoporose-bedingten Schmerzen berichten von eindeutigen Schmerzlinderungen. Aber auch bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen, Sarkoidose, Allergien und der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung sowie bei den Hautkrankheiten Schuppenflechte und Neurodermitis stellt sich ein positiver Kur-Erfolg ein. Die Therapie eignet sich übrigens neben der Beschwerdelinderung auch zur Gesunderhaltung und Immunprophylaxe. Deswegen werden im Heilstollen zusätzlich zum offiziellen Kurbetrieb 30-minütige Schnuppereinfahrten angeboten. So kann man auch als gesunder Mensch die heilsame, angenehme Wirkung des Heilstollens testen.