Gesundheit & Ratgeber

Ernährungstagebuch zum Download

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Haben Sie auch oft das Gefühl sich nach dem Essen nicht wohl zu fühlen? Abgesehen davon, dass es vielleicht wieder mal eine zu große Portion war, haben Sie oft ein unangenehmes Bauchgrummeln? Vielleicht haben Sie eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit auf bestimmte Lebensmittel. Finden Sie mit dem Ernährungstagebuch (hier zum Download) und Ihrem Arzt heraus, worauf Sie beim Essen besser verzichten sollten. Außerdem lesen Sie hier Experten-Tipps zur Laktose-Intoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit).

Das Müsli zum Frühstück, der Cappuccino am Nachmittag, der Käse zum Dessert – und plötzlich rebelliert der Bauch. Krampfartige Schmerzen, Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall sind typische Anzeichen für eine Milchzucker-Unverträglichkeit, auch Laktose-Intoleranz genannt. Das Problem: Nicht selten treten die Beschwerden erst ein bis zwei Stunden nach dem Essen auf. Daher wird die wahre Ursache oft erst nach jahrelanger Leidenszeit erkannt. 

Haben Sie das auch? Schuld für diese Probleme kann der Mangel des Enzyms Lactase sein, das die Aufspaltung von Milchzucker verhindert. Machen Sie hier den Milchzucker-Unverträglichkeits-Selbsttest und bekommen Klarheit. Oder führen Sie in Absprache mit dem Arzt ein Ernährungstagebuch. Wichtig zu wissen: Unbedingt die Zutatenlisten der Nahrungsmittel studieren, denn Milchzucker kann nicht nur in Milchprodukten, sondern auch in Gebäck, Wurst, und Fertigprodukten enthalten sein.

Machen Sie den Milchzucker-Unverträglichkeits-Selbsttest!1. Haben Sie regelmäßig Magen-Darm-Beschwerden, wie z.B. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Völlegefühl o.ä.?

  1. Treten Ihre Beschwerden typischerweise nach den Mahlzeiten auf (sofort oder auch erst 1 bis 2 Stunden später)?
  2. Treten die Beschwerden im Zusammenhang mit Milchprodukten verstärkt auf?
  3. Wenn Sie konsequent auf milchzuckerhaltige Nahrungsmittel verzichten, sind Sie dann beschwerdefrei?
  4. Ist bei Ihren nächsten Verwandten eine Milchzucker-Unverträglichkeit bekannt?
  5. Stammen Sie aus dem Mittelmeeraum oder sind Sie afrikanischer oder asiatischer Herkunft?

Auswertung: Haben Sie mehrmals mit "ja" oder "weiß nicht" geantwortet? Ihr Arzt kann prüfen, ob Sie tatsächlich keinen Milchzucker verwerten können.

Warum sollte man eine Laktose-Intoleranz überhaupt behandeln? Abgesehen davon, dass die Magen-Darm-Beschwerden äußerst störend sind, kann durch die Unverträglichkeit langfristig das gesamte Immunsystem empfindlich gestört werden. Die Infektanfälligkeit steigt, Hautprobleme und Allergien können auftreten. Außerdem kommt es häufig zu ständiger Müdigkeit, Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit. Mediziner empfehlen daher Medikamente, die das fehlende Enzym Lactase ersetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Rund 10 bis 15 Prozent der deutschen Bevölkerung haben eine Laktose-Intoleranz, auch Milchzucker-Unverträglichkeit genannt, schätzen Experten. Wie hoch der Leidensdruck dieser Betroffenen ist, demonstrierten die zahlreichen Anrufe anlässlich der FREIZEIT REVUE Telefonaktion (vom August 2009) zum Thema "Laktose-Intoleranz". Kostenlos fachkundiger Rat kam von den Experten Dr. med. Christoph Leibl, Arzt für Allgemeinmedizin und Ekkehard Hoch, Apotheker aus Dinslaken. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier noch einmal für Sie zusammengefasst.

Können Sie mir sagen, was bei Milchzuckerunverträglichkeit eigentlich genau im Körper passiert?

Dr. med. Christoph Leibl: Betroffenen fehlt gewöhnlich das Enzym Laktase, das Milchzucker in seine Bestandteile aufspaltet, damit er durch die Darmwand aufgenommen und vom Organismus verwertet werden kann. Somit gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien zersetzt wird. Meist treten dann innerhalb von einer Stunde nach dem Verzehr von Speisen Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder sogar auch Übelkeit auf. Selbst Schwindel, Müdigkeit, innere Unruhe, Leistungs- und Konzentrationsmangel können durch eine Laktose-Intoleranz ausgelöst werden. 

Wie stelle ich fest, ob bei mir möglicherweise eine Milchzuckerunverträglichkeit vorliegt?

Dr. med. Christoph Leibl: Ein kleiner Selbsttest (siehe erste Seite diese Artikels) kann erste Aufschlüsse bringen: einfach einige Tage auf Milch und Milchprodukte verzichten und danach ein Glas Milch trinken. Machen sich Beschwerden bemerkbar, können sie ein Indiz für eine Unverträglichkeit sein. Dann empfiehlt es sich, vom Hausarzt eine genauere Diagnose erstellen zu lassen. Meist zeigt bereits ein unkomplizierter Atemtest, ob eine Laktose-Intoleranz vorliegt. 

In welchen Produkten kann Milchzucker enthalten sein?

Ekkehard Hoch: Das größte Problem besteht für Betroffene darin, dass sich Milchzucker häufig in Lebensmitteln "versteckt", in denen man ihn gar nicht vermutet. Denn er steckt längst nicht nur in der Milch oder Milchprodukten, sondern auch in fast allen industriell gefertigten Lebensmitteln wie Wurst- und Fleischwaren, Pizza, Brötchen und Kuchen, Margarine, Süßigkeiten, Fertigsaucen, Eis, Klößen und Kroketten, Aufläufen und Suppen. Ihnen wird häufig Milch- oder Molkepulver zugesetzt. Um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, sollte man vor dem Kauf grundsätzlich die Zutatenliste aufmerksam studieren. Auch in Zahnpasta und in vielen Arzneimitteln kann Milchzucker enthalten sein. Der Apotheker berät sie diesbezüglich gerne. 

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passiert es bei mir häufig, dass nach dem Essen starke Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen auftreten. Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch sehr unangenehm, besonders dann, wenn man beruflich viel mit anderen Menschen zu tun hat. Was kann da helfen?

Ekkehard Hoch: Rasche und sanfte Erleichterung bei akuten Beschwerden können kleine Perlen mit dem Wirkstoff Simeticon, wie z.B. Espumisan Gold Perlen gegen Blähungen bringen, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Simeticon lässt die im Darminhalt eingeschlossenen Gasbläschen in sich zusammenfallen – die Gase werden freigesetzt und können abtransportiert werden. Damit lässt auch das unangenehme Spannungsgefühl nach und das Wohlbefinden wird wieder hergestellt. Im Gegensatz zu vielen anderen Medikamenten sind die kleinen, zuckerfreien Perlen frei von Laktose. Sie können je nach Bedarf individuell dosiert werden, jedoch reicht in den meisten Fällen die Einnahme einer Perle, um die spürbare Linderung der Beschwerden zu erzielen. Der Wirkstoff selbst hat keinen Einfluss auf die Verdauungstätigkeit.

Hier können Sie die Vorlage für Ihr Ernährungstagebuch downloaden

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