Gesundheit & Ratgeber

So werden Sie beim Erbe nicht betrogen

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Tod eines Angehörigen ist immer auch mit Gefühlen verbunden. Aber nicht immer sind es nur Trauer und Kummer. Wenn es ums Erbe geht, treten schnell Missgunst und Wut auf. Gerade dann, wenn man sich übervorteilt fühlt. Wir sagen Ihnen, welche Ansprüche Sie haben:

Gesetzlicher Erbteil

Der Verstorbene zu Lebzeiten kein Testament oder einen Erbvertrag errichtet, erhalten Verwandte und der Ehepartner einen gesetzlichen Erbteil. Dieser berechnet sich nach einem festen Prozent-Schlüssel.

Gesetzlicher Pflichtteil

Ein Testament oder ein Erbvertrag vorhanden, wird derjenige Erbe, der durch das Schriftstück als solcher eingesetzt wird. Wird dabei z. B. ein Kind oder der Ehepartner enterbt oder mit zu wenig bedacht, kann diesen Personen ein gesetzlicher Pflichtteil zustehen. Dieser macht in Deutschland die Hälfte des gesetzlichen Erbteils aus und ist in Geld zu leisten. Wenn der Verstorbene zu Lebzeiten Vermögen verschenkt hat, kann auch das anteilig in den Pflichtteilsanspruch mit einfließen! Dieser sogenannte Pflichtteilsergänzungsanspruch ist in § 2325 BGB geregelt. Wichtig: Fristen beachten! Der Anspruch auf den gesetzlichen Pflichtteil endet – bei Kenntnis des Erbfalls – nach drei Jahren.

Informationen über den Nachlass

Pflichtteilsberechtigte haben gegenüber dem/den Erben Anspruch auf Auskunft über den Bestand des Nachlasses. Das erfolgt in einem sogenannten Bestands- oder Nachlassverzeichnis. Hierin sind von dem/den Erben alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aufzuführen. Erst so kann ein Pflichtteilsberechtigter erkennen, was ihm eigentlich zusteht – und seine Ansprüche geltend machen.

Wichtiges Urteil

ist das Misstrauen beim Tod eines Angehörigen groß. Deshalb kann ein Pflichtteilsberechtigter grundsätzlich nicht nur ein durch den/die Erben selbst erstelltes Bestandsverzeichnis fordern. Zusätzlich steht ihm auch ein notarielles (d. h. von einem Notar erstelltes) Bestandsverzeichnis zu. Das hat das Oberlandesgericht München (Az.: 18 U 120/17) jetzt in einem Urteil klargestellt. Ein Pflichtteilsberechtigter hatte vom Erben ein von ihm erstelltes Bestandsverzeichnis verlangt und bekommen. Schließlich forderte er noch ein notarielles Verzeichnis. Der Erbe weigerte sich und wurde verklagt. Das Gericht entschied zugunsten des Klägers. Denn u. a.: Das notarielle Verzeichnis biete die Gewähr einer höheren Richtigkeit.

Fazit

Lassen Sie sich beim Erbe nicht betrügen. Informieren Sie sich genau, was Ihnen als Pflichtteilsberechtigter im Erbfall zusteht. Am besten: Lassen Sie sich detailliert von einem Anwalt oder Notar Ihres Vertrauens beraten!